Eine elektronische Weste im Taekwondo erkennt Treffer über Sensoren und zählt die Punkte automatisch. Der Punktestand erscheint in Echtzeit auf einer Anzeige oder in einer App. In diesem Beitrag lesen Sie, wie die Technik arbeitet, was als gültiger Treffer gilt und worin sich ein Wettkampfsystem von einer Trainingsweste unterscheidet.
Was eine elektronische Weste ist
Im Vollkontakt (Kyorugi) tragen beide Kämpfer eine Kampfweste, auf Koreanisch Hogu. Die klassische Weste schützt den Rumpf, mehr nicht. Die elektronische Weste, im Verein meist kurz E-Weste genannt, schützt und misst zugleich. In ihr sitzen Sensoren, die einen Treffer auf der Trefferfläche registrieren.
Früher entschieden allein die Punktrichter mit ihren Handgeräten, ob ein Treffer zählt. Heute übernimmt auf Turnieren die Elektronik den größten Teil der Wertung am Rumpf. Für Trainer hat das eine klare Folge: Gewertet wird, was die Weste erkennt. Ein Tritt, der gut aussieht oder laut klatscht, bringt keinen Punkt, wenn er die Fläche nicht sauber und mit genug Kraft trifft.
Wie die Sensoren einen Treffer erkennen
Bei den bekannten Wettkampfsystemen arbeiten in der Regel zwei Bausteine zusammen. Die Weste misst den Aufprall. Fußschützer mit eingebauten Sensoren, oft E-Socken genannt, zeigen dem System an, dass der Treffer mit dem Fuß erzielt wurde. Erst wenn Kontakt und ausreichende Kraft zusammenkommen, gibt es eine Wertung.
Die nötige Kraft ist als Schwelle hinterlegt. Sie hängt von Gewichtsklasse und Altersklasse ab. Ein leichter Kadett muss weniger Kraft aufbringen als ein Schwergewicht bei den Senioren.
Was als gültiger Treffer zählt
- Der Treffer landet auf der Trefferfläche der Weste.
- Er wird mit einer erlaubten Technik ausgeführt, also mit dem Fuß unterhalb des Knöchels oder mit der Faust.
- Er ist stark genug, um die eingestellte Schwelle zu erreichen.
Fauststöße und die Zusatzpunkte für Drehtechniken bewerten auf Turnieren in der Regel weiterhin die Punktrichter. Auch Verwarnungen (Gam-jeom) bleiben Sache des Kampfleiters. Die Elektronik ersetzt die Kampfrichter also nicht, sie nimmt ihnen einen Teil der Arbeit ab.
Wie der Punktestand auf den Bildschirm kommt
Die Weste sendet das Signal per Funk an einen Empfänger. Eine Software ordnet den Treffer dem richtigen Kämpfer zu, rechnet die Punkte aus und zeigt sie an.
Auf einem Turnier gehören dazu mehrere Teile: Westen, Sender, Empfänger, Software, Anzeigetafel und die Handgeräte der Punktrichter. Das alles muss vor dem ersten Kampf aufgebaut, gekoppelt und getestet werden.
Bei einer Trainingsweste ist der Weg kürzer. Die Daten gehen an eine Begleit-App. Trainer und Sportler sehen dort in Echtzeit, was getroffen wurde.
Wettkampfsystem und Trainingsweste: der Unterschied
Beide messen Treffer, aber sie haben nicht dieselbe Aufgabe.
| Kriterium | Wettkampfsystem | Trainingsweste |
|---|---|---|
| Aufgabe | Offizielle Wertung auf Turnieren | Rückmeldung und Auswertung im Training |
| Anerkennung | Von World Taekwondo anerkannte Systeme, bekannt sind Daedo und KPNP | Keine offizielle Wettkampfzulassung nötig, da reines Trainingsgerät |
| Aufbau | Mehrere Komponenten pro Kampffläche | Westen und App |
| Budget | Deutlich höher, meist mehrere tausend Euro pro Kampffläche | Preis pro Weste |
Wer ein offizielles Turnier ausrichtet, braucht ein anerkanntes System. Wer seine Sportler im Vereinstraining an die elektronische Wertung gewöhnen will, braucht vor allem Westen, die im Alltag schnell einsatzbereit sind.
Was FU FIGHT in diesem Rahmen leistet
FU FIGHT ist eine vernetzte Kampfweste für das Training im Verein. Sie ist kein Wettkampfsystem und nicht für offizielle Turniere zugelassen. Ihre Sensoren erkennen gültige Treffer und zählen den Punktestand automatisch. Die Daten gehen in Echtzeit über eine Begleit-App an Trainer und Sportler.
Der Trainer kann damit Präzision und Intensität auswerten und sehen, wie sich die Treffer auf Fauststöße und Fußtechniken verteilen. Daraus lässt sich das Training anpassen.
Die Technik stammt aus der sportwissenschaftlichen Forschung der Universität Aix-Marseille in Frankreich. Der französische Taekwondo-Verband hat sich für die Vorbereitung seiner Athleten auf die Olympischen Spiele 2024 in Paris mit diesen vernetzten Westen ausgestattet.
Zusätzlich gibt es eine Einsteigerversion. Sie lässt sich an das Niveau der Sportler anpassen und soll Anfängern und Kindern das Lernen spielerischer machen.
Für wen sich eine Trainingsweste lohnt
- Vereine mit Wettkämpfern, die bisher nur am Turniertag mit E-Westen kämpfen.
- Trainer, die Rückmeldung in Zahlen wollen, statt nur nach Gefühl zu korrigieren.
- Kinder- und Anfängergruppen, die über sichtbare Treffer schneller Spaß am Zweikampf finden.
- Vereine, für die ein komplettes Wettkampfsystem zu teuer ist.
Eine Weste kostet 350 Euro. Für den Zweikampf brauchen Sie mindestens zwei. Die Vorbestellung wird gerade geöffnet.
FAQ
Ersetzt eine elektronische Weste die Kampfrichter?
Nein. Auf Turnieren wertet die Elektronik vor allem Fußtreffer am Rumpf. Fauststöße, Zusatzpunkte für Drehtechniken und Verwarnungen entscheiden weiterhin die Kampfrichter. Prüfen Sie dazu immer das aktuelle Regelwerk.
Kann ich mit FU FIGHT ein offizielles Turnier ausrichten?
Nein. FU FIGHT ist ein Trainingssystem. Für offizielle Wettkämpfe sind die von World Taekwondo anerkannten Systeme vorgeschrieben, zum Beispiel Daedo oder KPNP.
Wie viele Westen braucht ein Verein für den Anfang?
Mindestens zwei, damit ein Paar gegeneinander kämpfen kann. Mit vier Westen arbeiten zwei Paare gleichzeitig, was in einer Wettkampfgruppe die Wartezeiten deutlich verkürzt.
Sie möchten sehen, wie die Weste im Training arbeitet? Fordern Sie auf der Website von FU FIGHT die kostenlose, ausführliche Dokumentation und die vollständigen Demo-Videos an.
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